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März, 2008

Herzliche Grüße von Afrika. Ich war einige Wochen in Harare, Simbabwe. Die Landschaft war wie immer wunderbar, vor allem die Wolken haben eine besondere Schönheit.

Harare ist im Allgemeinen eine saubere Stadt, und man sieht kaum was von der großen Not der Armen. Aber dass die Stadt und das Land viele Stromausfälle haben, kann man nicht so leicht verbergen. Am schlimmsten ist es, wenn man tagelang kein Wasser hat wegen der kaputten Wasserpumpen. Man muss sich große Wassertanks kaufen, damit man sich vom Wasserlastwagen Wasser kaufen kann.

Hier ist unser treuer "Freitag" mit der ersten Ladung von Lebensmitteln etc., die ich ihm brachte. Obwohl er so arm ist, hilft er seinen Mitmenschen und verteilt christliche Literatur. Er arbeitet als Nachtwächter und verdient monatlich 100 Millionen Zim$, was ungefähr 2 Euros sind! Obwohl er nichts verdient, gibt ihm seine Arbeit die Erlaubnis, außerhalb Harare zu leben. Ich glaube, dass offiziell der Mindestverdienst 10 Euros sind, aber es gibt einige Arbeitgeber, die sich nicht daran halten. Viele Simbabweaner werden von Verwandten im Ausland unterstützt, aber Freitag hat niemand, der im Ausland arbeitet. Er ist total auf uns angewiesen. Trotz allem ist er freundlich, anspruchslos und beklagt sich nie. Er ist ein gutes christliches Beispiel für all die Leute, die er besucht. Das kleine Missionshaus, das wir ihm bauten, wurde 2005 zerstört.

Eddie, der 120 km nördlich von Harare lebt. Er arbeite 3 Jahre mit uns ehrenamtlich. Auch sein kleiner christlicher Bücherladen wurde zerstört.  Eddie ist verheiratet, hat ein 8 Monate altes Baby, und ich weiß nicht, wie er überlebt. Ich konnte ihm endlich den Computer bringen, den eine südafrikanische Firma spendierte, und ich hoffe, dass er etwas Geld verdienen kann mit kleinen Computer-Arbeiten. Ich brachte ihm auch ein neues Handy, und von nun an können wir besser miteinander in Verbindung sein.

Die Maisernte war dieses Jahr sehr spärlich, da es zu viel regnete. Die Bauern bauen auch Erdnüsse, süße Kartoffeln und Kohl an.

3 Witwen unserer Nähgruppe, die wir vor 5 Jahren anfingen. Meine russische Kollegin brachte der ersten Gruppe von Frauen das Nähen bei, und zwei von den Frauen bringen nun das Nähen den anderen Frauen bei. Letztes Jahr waren es 14 Frauen, und alle können sich durch diese Arbeit ernähren.

Stephen und ich. Er ist unser Verwalter und Manager und ist für die Schulausbildung von 170 Waisen verantwortlich. Die Kinder leben mit ihren Verwandten (Großeltern, Tanten, Onkeln), die aber sehr arm sind. Er kümmert sich um das Schulgeld und etwas Lebensmittel für diese Familien. Er verwaltet auch die Nähgruppe.

Freitags Familie im Häuschen der Schwester.  

Das Leben in Simbabwe ist voller Stress, man ist immer auf der Suche nach Lebensmitteln, Preise steigen täglich, Angst vor der Geheimpolizei und Spitzeln und man weiß nie, wenn man wieder Strom oder Wasser hat.  

Vor ein paar Jahren gab es viele Radfahrer in Harare, doch jetzt sieht man nur noch wenige, weil sie sich keine Fahrrad Ersatzteile leisten können.

Die meisten Händler haben keine Erlaubnis ihre Waren auf der Straße zu verkaufen. (Vor 3 Jahren wurden ihre kleinen Straßenbuden und Waren zerstört) Sie nähern sich nun einem an und fragen ob man z.B. Zucker braucht und wenn man nickt, dann bringen sie aus ihrem Versteck Zucker zum Verkauf. Einige nehmen ihren ganzen Mut zusammen und bieten öffentlich ihre Ware an.

Es ist sehr erfüllend, diesen Menschen zu helfen, weil sie alle für jede Kleinigkeit so dankbar sind.

Bevor die Kinder in der Grundschule aufgenommen werden, müssen sie die Vorschule besuchen. Als ich Freitag fragte, warum seine Tochter die letzten 3 Monate nicht in die Vorschule ging, sagte er mir, dass er es sich nicht leisten konnte. Die Vorschule verlangt für 3 Monate die Hälfte seines monatlichen Verdienstes (50Millionen), und er muss monatlich 2 kg Reis, 2 Liter Saft, 1 Tasse Bohnen, 1 Dose Erdnussbutter, 1 Seife, 1 Dose Vaseline, etwas Waschpulver und 2 Toilettenrollen bringen. Als ich in Südafrika ankam, habe ich sofort für den Rest des Jahres diese Sachen gekauft und gab sie jemand mit, der nach Harare fuhr. Ich hätte es auch in Harare kaufen können, aber ich bezahle dort 4x mehr als in SA, und ich muss mir mein Geld gut einteilen, damit ich mehr Menschen helfen kann. Ein Freund von uns in Harare zahlt für Freitags 10jährigen Sohn Sammy das Schulgeld und die Schuluniform.

Wenn jemand Kindern helfen will, in die Schule zu gehen, bitte tretet mit mir in Verbindung. Jede Spende wird eine große Hilfe sein. Meine E-Mail: fammiszim@lantic.net

Ich wünsche alles Liebe und Gottes Segen

Traudl


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